Am 11. April nahm das Blau-Gelbes Kreuz an der 54. Jahrestagung der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) im Gustav-Stresemann-Institut in Bonn teil. Die Veranstaltung machte auf eindringliche Weise deutlich, wie massiv Menschenrechte weltweit unter Druck stehen, wie dringend internationales Engagement weiterhin gebraucht wird und warum unser Einsatz wichtiger denn je ist.
Zum Auftakt sprach der Beauftragte der Bundesregierung für Religions- und Weltanschauungsfreiheit, Thomas Rachel MdB, über die Verfolgung Andersgläubiger in zahlreichen Ländern. Die geschilderten Fälle zeigten, dass religiöse Unterdrückung auch im Jahr 2026 weiterhin erschreckende Realität ist.
Die Juristin Anastasija Aleksejewa berichtete über die Arbeit der IGFM in der Ukraine. Neben humanitärer Hilfe, die insbesondere in Frontnähe oft unzureichend bleibt, unterstützt die Organisation staatliche Stellen bei der Anpassung an europäische Standards.
Weitere Beiträge aus dem Iran, Russland, Belarus, Kuba sowie eine Zuschaltung zu der Jesidin Subaz Ali aus einem Flüchtlingslager in Kurdistan zeichneten ein erschütterndes Bild globaler Menschenrechtsverletzungen. Der uigurische Arzt und Aktivist Dr. Enver Tohti berichtete zudem über systematischen Organhandel in China und präsentierte belastende Bilddokumente. Besonders alarmierend waren aktuelle Zahlen aus dem Iran: Über 40.000 Menschen sollen in den vergangenen Wochen getötet worden sein, während Kommunikationswege durch anhaltende Internetsperren weitgehend unterbrochen sind.
Die IGFM sieht ihre Aufgabe darin, Menschenrechtsverletzungen systematisch zu erfassen, zu dokumentieren, international anzuklagen und öffentlich zu machen.
Auch das Blau-Gelbe Kreuz leistet kontinuierlich humanitäre Hilfe in der Ukraine und hält Kontakte zu Opfern von Menschenrechts- und Kriegsverletzungen. Hilfskonvois liefern unter anderem Rettungsfahrzeuge, Generatoren und medizinische Ausrüstung in Kriegsgebiete. Die Erfahrungen von Helfern und Betroffenen zeigen, dass grundlegende Menschenrechte und die Genfer Konvention in diesem Konflikt vielfach missachtet werden.
„Die Berichte dieser mutigen Augenzeugen erschüttern uns zutiefst“, sagte die Vorsitzende des Blau-Gelben Kreuzes, Linda Mai. „Es ist wichtig, jeden einzelnen Fall zu dokumentieren und möglichst vor ein internationales Gericht zu bringen. Die Schuldigen müssen dafür zur Rechenschaft gezogen werden.“
