Am 7. Juli fand im Haus der Geschichte (Kirschenhof) in Eschweiler die gemeinsame Informations- und Diskussionsveranstaltung „Europa in Verantwortung“ des Europavereins GPB e. V., der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und des Blau-Gelben Kreuzes statt. Im Mittelpunkt standen die systematischen Menschenrechtsverletzungen Russlands in den besetzten Gebieten der Ukraine. Expertinnen und Experten informierten über aktuelle Entwicklungen und machten deutlich, dass die Zivilbevölkerung weiterhin gezielt Opfer schwerster Verbrechen wird. 

Dr. Kateryna Kravchenko vom Blau-Gelben Kreuz berichtete über das als „Human Safari“ bekannte Vorgehen russischer Drohnenpiloten in den frontnahen Gebieten, insbesondere in der Region Cherson. Dabei werden unbewaffnete Zivilistinnen und Zivilisten gezielt mit Drohnen verfolgt und angegriffen. Nach den Angriffen veröffentlichen russische Soldaten Aufnahmen dieser Taten auf Social-Media-Kanälen und versehen sie mit zynischen Kommentaren. Diese gezielte Jagd auf Menschen dient nicht militärischen Zwecken, sondern der Einschüchterung der Bevölkerung und stellt eine besonders grausame Form des Terrors gegen die Zivilbevölkerung dar. 

Die IGFM richtete den Blick auf ein weiteres schwerwiegendes Kriegsverbrechen: die systematische Verschleppung ukrainischer Zivilistinnen und Zivilisten aus den besetzten Gebieten. Nach Angaben der Organisation gelten rund 16.000 Menschen als verschleppt. Viele werden ohne rechtsstaatliches Verfahren in Gefängnisse oder Lager gebracht und anschließend innerhalb der besetzten Gebiete oder nach Russland verlegt. Durch die bewusste Trennung von Angehörigen, den Entzug rechtlichen Schutzes und die Isolierung der Betroffenen setzt Russland diese Praxis als Instrument des Kriegsterrors und der Entrechtung der ukrainischen Bevölkerung ein. 

Die Veranstaltung machte deutlich, dass diese Verbrechen keine Einzelfälle sind, sondern Teil einer systematischen Besatzungspolitik. Die gezielten Angriffe auf Zivilistinnen und Zivilisten sowie die Verschleppung unschuldiger Menschen verstoßen gegen das humanitäre Völkerrecht und sind Verbrechen gegen die Menschlichkeit sowie Kriegsverbrechen. 

Neben den Fachvorträgen bot die Veranstaltung Raum für Fragen und Diskussionen.  Ziel der Veranstaltung war es, über die dramatische Menschenrechtslage in den besetzten Gebieten der Ukraine aufzuklären und die Bedeutung von Menschenrechten als Fundament Europas zu unterstreichen.