Wie können Gesellschaften Krisen bewältigen, ihre Widerstandskraft stärken und Demokratie und Freiheit schützen? Mit diesen Fragen beschäftigte sich der NRW Resilience Summit in Düsseldorf. Unter dem Titel „Stronger together – Resilience as a Whole-of-Society Imperative“ kamen Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft zusammen. Auch das Blau-Gelbe Kreuz nahm an der Veranstaltung teil und brachte seine Erfahrungen aus der humanitären Hilfe für die Ukraine in den Austausch ein.
Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine führt seit fast fünf Jahren eindrücklich vor Augen, was es bedeutet, wenn die Widerstandsfähigkeit einer Gesellschaft täglich auf die Probe gestellt wird. Trotz anhaltender Angriffe, zerstörter Infrastruktur und einer dramatischen Versorgungslage beweisen die Menschen in der Ukraine einen außergewöhnlichen Zusammenhalt und den ungebrochenen Willen, ihre Freiheit und demokratische Selbstbestimmung zu verteidigen.
Diese Erfahrungen machen deutlich: Resilienz ist keine Aufgabe einzelner Institutionen. Sie entsteht durch das Zusammenwirken von Politik, Wirtschaft, Zivilgesellschaft und jedem einzelnen Menschen. Gerade in Krisenzeiten sind Solidarität, verlässliche Partnerschaften und konkrete Unterstützung entscheidend.
Linda Mai, Vorstandsvorsitzende des Blau-Gelben Kreuzes, betonte im Rahmen des Summits: „Von der Widerstandskraft der Ukrainer, ihrem ungebrochenen Willen, frei und demokratisch leben zu wollen, können wir hier bei uns eine Menge lernen. Russland bedroht auch unsere Freiheit und Demokratie in Deutschland. Deshalb ist es wichtig, der ukrainischen Bevölkerung im kommenden Winter zu helfen, um ihr Überleben zu sichern.“
Solidarität, die Leben schützt
Wie eng die Widerstandskraft der Ukraine mit der Sicherheit und Stabilität Europas verbunden ist, zeigt sich besonders mit Blick auf den bevorstehenden Winter. Die gezielten russischen Angriffe auf die Energieinfrastruktur gefährden die Strom- und Wärmeversorgung von Millionen Menschen. Krankenhäuser, Schulen, Kindergärten und soziale Einrichtungen stehen vor enormen Herausforderungen.
Das Blau-Gelbe Kreuz setzt deshalb seine humanitäre Hilfe mit besonderem Fokus auf lebenswichtige Infrastruktur fort. Stromgeneratoren, Wassercontainer, medizinische Hilfsgüter und weitere dringend benötigte Ausstattungen helfen dabei, die Versorgung aufrechtzuerhalten und Menschen vor den Folgen der Angriffe zu schützen.
Die Teilnahme am NRW Resilience Summit verdeutlicht: Die Unterstützung der Ukraine ist nicht nur ein Gebot der Menschlichkeit. Sie ist zugleich ein Beitrag zur Verteidigung gemeinsamer demokratischer Werte und zur Widerstandsfähigkeit unserer Gesellschaften. Denn eine starke und solidarische Gesellschaft entsteht dort, wo Menschen füreinander einstehen, über Grenzen hinweg. In seiner Rede unterstrich Ministerpräsident Hendrik Wüst die Bedeutung des gesellschaftlichen Zusammenhalts für die Widerstandsfähigkeit unserer Gesellschaft: „Gesellschaftlicher Zusammenhalt ist die Voraussetzung für unsere Widerstandsfähigkeit: Resilienz braucht starke Demokratien und gesellschaftlichen Zusammenhalt.“